Schülern kommt es oft so vor, als würden nur Sie Fehler machen. Aber mitnichten ist das so, auch Lehrer sind nur Menschen aus Fleisch und Blut. Denen ebenfalls Fehler unterlaufen, nur fallen die in der Regel nur ihnen selber auf und nicht den Schülern. So können sie selber abwägen, ob sie die zum Nutzen aller offen legen oder sie zum Schutz ihres Ego schweigend übergehen.

Ein häufiger Fehler aus dem Englischunterricht

Wir haben schon in vielen, vielen Schulaufgaben den Fehler gesehen, den wir hier kurz vorstellen wollen. Und zwar geht es um unregelmäßige Verben, die in Grammatiken typischerweise in dieser Form dargestellt werden:

infinitive, simple past, past participle

go, went, gone

Wie im Beitragsbild dargestellt, kommt es immer wieder vor, dass Lehrkräfte statt von past participle von past perfect sprechen. Sie bringen also eine Zeitform zur Sprache, obwohl es eigentlich um eine Zustandsform des Verbs geht. Das klingt nach einer Lappalie, ist es aber nicht. Denn die Betrachtung der Grammatik einer gesprochenen Sprache ist derart komplex, dass deren Darstellung möglichst widerspruchsfrei, in sich konsistent sein sollte. Falsch gestellte Aufgaben sind vor dem Hintergrund verwirrend und können mit einer Verunsicherung einher gehen, die weit über die jeweilige Aufgabe hinaus reicht und womöglich das gesamte Prüfungsergebnis gefährdet.

Besonders ärgerlich ist es, wenn Lehrkräfte, die von Schülern oder deren Eltern auf diesen Fehler hingewiesen werden, diesen nicht eingestehen wollen. Das zerstört Vertrauen und kann die Lehrer-Schüler-Beziehung beschädigen. Ist es das tatsächlich wert? Zumal es in dieser Beziehung zu einer freudigen Begegnung kommen könnte, wenn der Lehrer, ohne zu zögern, sein Versehen eingesteht, sich dafür entschuldigt und sogleich die Korrektur vollzieht.

Der Nutzen des Fehlers

Fehler sind großartig, denn nur indem wir sie vollziehen, entwickeln wir uns weiter, lernen wir. Insofern haben Fehler durchaus ihre Berechtigung. Angst machen sie nur dort, wo sie bestraft werden und ihnen eine Beschämung anhaftet. Den unverkrampften Umgang mit Fehlern lernen Kinder insbesondere dann, wenn sie an erwachsenen Bezugspersonen beobachten können, wie die Fehlleistungen für ihr ganz persönliches Lernen zu nutzen wissen.

Das setzt aber voraus, dass Lehrer sich auch als Lernende empfinden. Dass sie sich selber noch als in Entwicklung befindlich ansehen. So könnten sie ihren Unterricht und die Begegnung mit ihren Schülern nicht nur als Gegenleistung für ihre Lohnzahlung, sondern als eine zutiefst nutzbringende Lernerfahrung ansehen. Sie würden dann davon profitieren, eine erhebliche Zeit des Tages mit Schülern verbringen zu dürfen, sie würden nämlich in dieser Zeit zu höherer Form auflaufen. Ihr Gehirn würde zu immer höherer Leistungsfähigkeit heranreifen, und ein leistungsfähiges Gehirn stößt bekanntlich aus Dankbarkeit für diesen Zustand und seine optimale Form der Nutzung große Mengen körpereigene Drogen aus. Die sich in Zufriedenheit, Glückseligkeit und Freude am Dasein äußern.

Unter der Prämisse wäre das Klassenzimmer nicht nur für die Lehrer das reinste Paradies, sondern auch für die Schüler. Denn dank der Spiegelneuronen, die sich zuhauf in den jugendlichen Gehirnen befinden, würde sich der glückselige Zustand des Lehrers auf direktem Wege in die Gehirne der Schüler kopieren. – Wenn das mal keine Win-Win-Situation ist!

 

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