Wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung meldet, beläuft sich der Unterrichtsausfall während der Schullaufbahn eines Gymnasiasten zu guter Letzt auf ein komplettes Schuljahr. Weil diese Ausfallzeiten selten sinnvoll genutzt werden und keine Rede von einer Anpassung der Prüfungsanforderungen an diese Rahmenbedingungen sein kann, ergibt sich daraus für die Schüler eine enorme Benachteiligung.

Verwunderlich ist, mit welchem Selbstverständnis sich die FASZ ebenso wie die Kommentare zu diesem Beitrag sich kaum mit der Schülersituation befassen. Denn betroffene Schüler müssen, in der Regel mit tatkräftiger Unterstützung ihrer Eltern oder von Nachhilfelehrern, den ausgefallen Unterricht zuhause vollständig nacharbeiten. Selbstverständlich in ihrer Freizeit, und das sogar dann, wenn sie eine Ganztagsschule besuchen. So wenig die Presse auf diesen Missstand eingeht, um so mitfühlender wird das Schicksal zehntausender Junglehrer ohne Anstellung beklagt. Denn der Mangel an Lehrkräften geht nicht auf einen Lehrermangel, sondern auf einen Mangel an Planstellen zurück. Tatsächlich können die jungen Kollegen einem auch leidtun. Nur wird daran wieder einmal erkennbar, wie wenig die Interessen von Familien von einer schlagkräftigen und gut organisierten Lobby vertreten werden – sie ernten erst dann Aufmerksamkeit, wenn alle anderen gesellschaftlichen Gruppierungen gut versorgt wurden.

 

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