Spielt es für den Lernerfolg eine Rolle, ob der Schüler seine Lehrerin sympathisch findet oder nicht? Und kann diese Lehrerin beeinflussen, wie sympathisch der Schüler sie erlebt? Beide Fragen müssen klar mit Ja beantwortet werden. Dies sollte gravierende Auswirkung auf unser Verständnis von Unterricht haben – was aber keineswegs der Fall ist. Wir befassen uns hier mit diesem Thema unter der Überschrift der „inneren Haltung“. Ein Begriff der leider etwas unscharf ist, jedoch mit der Zeit greifbarer und praktischer werden dürfte.

Spontane Zu- oder Abneigung

Selbst wenn der unberechenbare Faktor, den wir als die „persönliche Chemie“ bezeichnen, durchaus eine nicht ganz kleine Rolle in der gegenseitigen Wahrnehmung spielt: Kinder und Jugendliche sind in der Regel von einer so großen Offenheit, dass sie sehr deutlich auf eine professionelle Interaktionsgestaltung reagieren. Sie sind dann sogar bereit, sich auf solche Menschen einzulassen, zu denen es sie erst einmal nicht hinzieht. Eine gute Kommunikationsführung sticht subjektive Faktoren wie Sympathie einer ist.

Junge Menschen sind zugewandt und neugierig

Bei gesunden jungen Menschen überwiegt tatsächlich immer die entwicklungsgetriebene Bereitschaft, sich auf neue Erfahrungen und Begegnungen einzulassen. Die Lehrkraft kann also mit der Art und Weise, in der sie spricht, schaut und das Spiel aus Rede und Gegenrede lenkt, deutlich Einfluss auf die Beziehungsqualität nehmen. Und damit steuert die Lehrkraft recht direkt, in welchem Ausmaß sich der Schüler in der Begegnung wohlfühlt und welchen Output der Unterricht mit sich bringt.

John Hatties Meta-Analyse: Der Lehrer zählt

Eine der bekanntesten Forschungsarbeiten zum schulischen Lernen ist die Meta-Analyse „Visible Learning“ (so der Titel des 2009 veröffentlichten Buches) von John Hattie. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass das Schüler-Lehrer-Verhältnis und das lernbezogene Feedback die größten Effekte auf das Lernergebnis zeigen. Das Lernklima und die Kommunikation spielen also auch aus Sicht der wissenschaftlichen Forschung eine zentrale Rolle im Unterricht.

Unsere Artikel-Serie zum Thema Haltung

Wir werden in diesem Blog eine thematische Serie starten, die sich mit der Frage befasst, wie genau das geht. Die Serie heißt wie der obenstehende Titel: „Haltung – ein unterschätzter Faktor im Nachhilfeunterricht“. Sie widmet sich der Frage, wie Nachhilfelehrer – und das gilt ebenso für schulische Lehrer – durch die Arbeit an ihrer inneren Haltung dafür Sorge tragen können, dass ihre Schüler sich im Kontakt wohlfühlen und dadurch leichter und im Endeffekt auch besser lernen.

Der Nutzen informierter Eltern und Schüler

Ist das auch für Schüler und Eltern wichtig? Unbedingt. Denn je mehr sie über den Beziehungsaspekt der Lehrer-Schüler-Interaktion wissen, desto mehr Einfluss können sie auf das Unterrichtsgeschehen nehmen. Und nicht zuletzt sind vor dem Hintergrund auch schulpolitische Maßnahmen in ihrer Qualität und Wirksamkeit zu beurteilen.

Denn mittelbar führt die erst einmal abstrakt klingende pädagogische Größe der Haltung zu veränderten Lernergebnissen. Und wenn es gut läuft: zu einer Verbesserung. Denn ein Kind oder eine Jugendliche, die sich in einer Lernsituation wohlfühlen, bewegen sich mit Blick auf ihr intellektuelles Leistungsvermögen ganz nebenbei auf ein höheres Niveau zu.

Schauen Sie hier immer mal vorbei, dann erfahren Sie mehr über das so spannende Thema der Arbeit an der inneren Haltung.

 

Zur Online-Anfrage