Bayerische Schulen fördern die Tendenz, den einzelnen Schüler am Leistungsdurchschnitt zu messen. Um nicht unter das Leistungsniveau der Klasse zu sinken, üben Kinder dann vordringlich solche Fächer, in denen sie schlecht stehen – das Abrutschen soll verhindert oder die nächste schulische Hürde erfolgreich genommen werden. Das führt nun zu der absurden Situation, dass eine enorm große Zahl von Kindern in unserer Gesellschaft viel Zeit in ihre Schwächen investiert. Was dabei zu kurz kommt, sind Zeit und Muße, um die eigenen Stärken und Talente erstmal zu entdecken, sie zu entfalten und weiterzuentwickeln. All diese Kinder und Jugendlichen rackern sich mit solchen Fächern ab, in denen sie es womöglich nie zu einem guten Niveau schaffen werden. Sie verschwenden Lebenszeit an Aufgaben, die mit ihrer Lebenswirklichkeit wenig und mit ihrer späteren Berufstätigkeit vermutlich noch weniger zu tun haben werden. Schlussendlich sind sie doppelt bestraft. Müssen sie sich doch nicht nur leidenschaftslos quälen; die damit verbrachte Zeit wäre zudem noch in die Entwicklung ihrer individuellen Fähigkeiten, Talente und Neigungen erheblich nutzbringender investiert.

Dass ein jedes Kind ganz spezielle Talente besitzt, steht völlig außer Frage. Und dass es Zeit und Muße braucht, um die zu entdecken und zu entwickeln, ist ebenfalls unstrittig. Insofern gilt aus unserer Sicht bei der Unterstützung vieler (wenn auch nicht aller) Kinder die Devise: Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss. Dann bleibt mehr Raum für die wirklich wichtigen Dinge.

 

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