… aber nicht immer ist dem Grund, so er einmal entdeckt und verstanden ist, auch beizukommen. Es fühlt sich für alle Beteiligten jedoch erheblich besser an, wenn die Ursache für das Leiden bekannt und benannt ist. Denn von da an hat die Hilflosigkeit ein Ende und es gibt die Möglichkeit, sich auf die Suche nach einem möglichst sinnfälligen Umgang mit der Situation zu machen und Ideen zu erproben.

Wenn Kinder nicht lernen wollen oder können, haben sie ausnahmslos gut nachvollziehbare Gründe. Es kommt nur sehr selten vor, dass Kinder aus Lust an der Destruktivität Schaden stiften wollen und sich selbstschädigend verhalten. Leider sind ihnen die Gründe für ihre Schwierigkeiten vielfach selbst nicht bekannt. Denn naturgemäß sind besonders jüngere Kinder schon wegen ihrer begrenzten Reife nicht zu einer Analyse ihrer Situation in der Lage. Oder ihnen fehlt die kommunikative Reife, um den Erwachsenen ihr Innenleben so zu offenbaren, dass die sie verstehen können.

Die Ursachen von Lernblockaden können sehr vielfältig sein. So kann das schulische Beziehungsgefüge eine wichtige Rolle spielen, also beispielsweise das Verhältnis des Kindes zu Mitschülern oder Lehrern. Sehr bedeutsam sind auch die emotionalen Rahmenbedingungen, die in der jeweiligen Entwicklungsphase bestimmend wirken. Dabei kann es sich um eine generelle oder um eine phasenweise Grundgestimmtheit des Kindes handeln, die mit oder ohne äußerlich erkennbaren Anlass gerade stärker in den Vordergrund tritt.

Generell gilt, dass es den meisten Kindern im Zustand der Angst, Verunsicherung, Besorgnis oder Traurigkeit gänzlich unmöglich ist, ihr intellektuelles Leistungspotential auch nur annähern auszuspielen. Soll das Kind wieder lernen und Leistung erbringen können, muss als erstes eine angstfreiere Situation geschaffen werden. Mit mehr Lerndisziplin oder Lerntechniken ist dem Kind in dem Fall nicht zu helfen.

Am Anfang einer Betreuung steht somit die Suche nach den Gründen für die Lernblockade, und am Ende finden sich die Akzeptanz der Situation und ein erleichterter Umgang mit ihr. Im günstigsten Fall hat das Problem eine (Auf-)Lösung gefunden und das Lernen vermag sich frei von Blockaden zu entfalten.

 

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