Wann ist eine Lerntherapie bei Verdacht auf Dyskalkulie sinnvoll? – Unser Angebot in Fürstenfeldbruck

Auf die Frage, ob und wann Lerntherapie beim Verdacht auf Dyskalkulie sinnvoll ist, gibt es leider keine allgemeingültige Antwort. Vielmehr muss, wenn sich der Verdacht erhärtet hat, eine Abwägung der Testergebnisse mit der jeweiligen individuellen Situation des Kindes getroffen werden. Wir wollen für Interessenten in Fürstenfeldbruck diesen Entscheidungsprozess hier kurz vorstellen, indem wir Antworten für die häufigsten Fragestellungen formulieren.

Was ist Dyskalkulie?

Bei Menschen mit Dyskalkulie läuft die Verarbeitung von Zahlen auf neurobiologischer Ebene anders ab als in der breiten Bevölkerung. Rund fünf Prozent der Menschen sind von diesem Handicap betroffen, sie sind deswegen aber keineswegs dümmer als andere. Das zu betonen ist deshalb wichtig, weil Menschen mit einer Dyskalkulie (ebenso wie solche mit anderen lerntherapeutischen Diagnosen) gerne als begriffsstutzig bezeichnet werden oder sich selber so erleben. Diese Zuschreibungen gibt sich im Selbstbild ein und verfestigt sich über die Jahre. Deshalb vermeiden wir auch den Begriff der „Störung“ in diesem Zusammenhang, weil es sich bei der Dyskalkulie eher um eine Normvariante handelt als um ein Krankheitsgeschehen.

Woran erkenne ich eine Dyskalkulie?

Kinder mit Dyskalkulie fallen meist schon im frühen Grundschulalter dadurch auf, dass sie sich mit dem Abzählen von Gegenständen und der Zuordnung von Mengen zu der passenden Zahl schwer tun. Sie brauchen dafür viel Zeit und ihnen unterlaufen mehr Fehler als anderen Gleichaltrigen. Verhältnisangaben wie mehr/weniger, kleiner/größer und länger/kürzer fallen ihnen schwer. Auch das Erlernen der Uhrzeit will womöglich nicht oder erst nach langer Zeit gelingen. Eine große Hürde stellt auch das Erlernen des Dezimalsystems mit der Unterscheidung von Hundertern und Hundertsteln dar.

Und dennoch weist nicht jedes Kind, das sich mit den genannten Schwierigkeiten plagt, zwingend eine Dyskalkulie auf. Nur eine fundierte Diagnose kann diese Frage sicher beantworten.

Was sind die Auswirkungen einer Dyskalkulie?

Wie bei anderen lerntherapeutischen Diagnosen auch leidet leidet in erster Linie das Selbstbewusstsein der Kinder. Da ihre Anstrengungen keine Früchte tragen, ziehen die Kinder daraus den Schluss, sie seien dümmer als andere. Verstärkt wird diese Einschätzung durch die Reaktionen von Mitschülern und nicht selten auch von Lehrern. Denn die gehen von einem Mangel an Anstrengung und Intelligenz aus. Eine Schlussfolgerung, die in den meisten Fällen rundweg falsch ist, denn die Dyskalkulietestung stützt sich genau darauf: Auf eine Diskrepanz zwischen gemessener Intelligenz (Testintelligenz) und den erzielten Rechenleistungen.

Erfolg die Diagnostik erst zu einem späten Zeitpunkt, kann der Leidensdruck solche Ausmaße annehmen, dass sich psychosomatische Symptome entwickeln. Allgemeines Unwohlsein, Übelkeit, Bauchweh oder Kopfschmerzen treten dann vielleicht morgens auf und vermitteln den Eindruck, das Kind leide unter Schulangst. In Wirklichkeit reagiert sein Organismus auf die missliebige Situation, in der er sich aus eigener Kraft (oder mittels Unterstützung der engsten Bezugspersonen) nicht zu helfen vermag.

Was geschieht in einer Lerntherapie bzw. in einer lerntherapeutisch ausgerichteten Nachhilfe?

Zunächst erfolgt ein Rechentest, der der Nachhilfelehrerin zur Orientierung dient, welches die häufigsten Fehlerarten sind und wie die (ungeeigneten) Denkansätze dahinter aussehen. Denn in der Hinsicht unterscheiden sich alle Kinder mit Dyskalkulie voneinander, so dass ein ganz individuelles Profil erstellt werden muss. Nachdem so viel nach Fehlern geschaut wurde, erfolgt ein Perspektivwechsel und wir wenden uns den Ressourcen des Kindes zu. Was geht leicht von der Hand? Was gelingt gut, auf das aufgebaut werden kann? Indem wir diese Fähigkeiten benennen, bekommen die Kinder Handwerkszeug in die Hand, mit dem sie sich als selbstwirksam erleben und in ihnen Ermutigung entsteht.

Zum Handwerkszeug der lerntherapeutisch ausgerichteten Nachhilfelehrer gehören ganzheitliche Methoden, die einer bildhaften Denkweise und dem Bedürfnis von Kindern nach dem Griffigen, dem Begreifbaren entgegenkommen. Dazu ein kleines Beispiel: Der Zusammenhang zwischen der Zahl Sieben und der zugehörigen Menge (sieben Kugeln) erschließt sich Kindergehirn leichter, wenn diese Menge in der Hand gehalten, hin- und hergeschoben, in die drei Dimensionen gerückt, in Knete gedrückt oder auf dem Boden abgelaufen wird. Diese konkrete Betätigung liefert dem Gedächtnis lebendigere, anschaulichere Ankerpunkte als der Blick auf ein beschriebenes Blatt Papier.

Woran bemerke ich, dass die Lerntherapie Effekte zeigt?

Zum einen sollte Ihr Kind zu seiner Nachhilfelehrerin bzw. zu seinem Nachhilfelehrer und zu den in der Regel wöchentlichen Terminen grundsätzlich ja sagen. Danach wäre es schon ein erster Erfolg, wenn diese Unterrichtseinheiten nicht mit den gewohnt ablehnenden Empfindungen einher gehen, die vorher an jede mathematische Betätigung gebunden waren. Und mit der Zeit wird ihr Kind idealerweise von kleinen und vielleicht sogar von größeren Erfolgen berichten. Fortschritte werden erkennbar und damit verbessert sich unweigerlich das Lebensgefühl.

Gerne führen wir mit Interessenten aus Fürstenfeldbruck ein unverbindliches Beratungsgespräch unter (089) 489 985 36.

Zur Online-Anfrage

 

 

 

Von |2018-06-25T10:34:38+00:0021. Februar 2015|0 Kommentare

Über den Autor:

Thorsten Kerbs
Thorsten Kerbs bringt als studierter Ingenieur der Luft- und Raumfahrt einen guten Blick für Struktur und Ordnung mit. Durch seine zweite akademische Qualifikation als Klinischer Psychologe sind ihm neben der Entwicklungspsychologie auch Lern- und Lehrthemen sowie Kommunikations- und Beziehungsthemen wohl vertraut. Auf dieser fachlichen Grundlage arbeitet er, der selber Vater zweier Kinder ist, seit über 10 Jahren mit Schülern und begleitet sie durch Lernthemen von der Grundschule bis zum Studium.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ich akzeptiere