Lerntherapie München

Aus zwei Gründen stellt die lerntherapeutische Behandlung von Teilleistungsstörungen im Nachhilfebereich ein zentrales Element dar. Zum einen, weil es eine nicht unerhebliche Zahl von Kinder und Jugendlichen gibt, neben Nachhilfe auch eine lerntherapeutische Behandlung benötigen. Und oftmals ist es wichtig, schon aus Gründen der Zeitökonomie das eine mit dem anderen zu verbinden. Zum anderen ist es so, dass die lerntherapeutische Behandlung an den natürlichen Prozessen ansetzt, die bei Kindern ablaufen, wenn sie sich die Kulturtechniken des Lesens, Schreibens und Rechnens aneignen. Für einen Nachhilfelehrer stellt es also einen großen Vorteil dar, wenn er mit diesen mentalen Vorgängen vertraut ist und dies bei Verständnisproblemen seines Schüler im Hinterkopf hat.

Auffälligkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens und Rechnens

Es gibt viele Kinder, die nicht im selben Tempo lesen und schreiben lernen wie andere. Genau genommen sind Abweichungen vom Lerntempo des Durchschnitts eher die Regel als die Ausnahme. Sie werden nur dann zum Problem für das Kind, wenn die zeitliche Norm als Kriterium zum Verbleib in oder zum Ausschluss von der Klassengemeinschaft genommen wird. Wenn also die in einer bestimmten Altersphase auftretende Langsamkeit des Kindes zu Sanktionen oder zum Ausschluss des Kindes aus der Klassengemeinschaft (Sitzenbleiben, Herabstufung, Schulwechsel) führt. In den frühen Entwicklungsphasen lässt sich jedoch keine Aussage über das später erreichte Leistungsniveau des Kindes treffen, da die Entwicklung oft nicht vorhersagbar verläuft, immer wieder beschleunigte oder verzögerte Phasen aufweist.

Besonders unangenehm ist die Bestrafung langsamen Arbeits für die betroffenen Kinder dann, wenn sie auch unter größter Anstrengung nichts an ihrem Tempo ändern können. Und das ist besonders bei Kindern im Grundschulalter praktisch immer der Fall, weil etwa das Lesetempo eines Kindes in den ersten Grundschulklassen eher eine Persönlichkeitskonstante abbildet, als dass sich darin ausdrückt, wie viel das Kind zuhause geübt hat. Und selbst wenn davon ausgegangen wird, umfangreiches Vorlesen steigere das Leistungsniveau, kann auch das vom Kind selber praktisch nicht beeinflusst werden – es kann seine Eltern ja nicht zwingen, sich mit ihm zu befassen.

Lerntherapie

Stress und Zeitdruck sind zu vermeiden

Gerade in den ersten Grundschuljahren spielt die Zeit, die Kindern für die Annäherung an die Welt der Buchstaben und Zahlen gelassen wird, und spielt die Freude, mit der sie sich Büchern und Zahlen annähern, eine ganz entscheidende Rolle. Wird ihnen Zeit gelassen, entwickeln sie Freude und Neugierde, kann sich der kindliche Lernwille aus selber heraus entfalten. Jetzt früher hingegen Noten als Vergleichsmaßstab und als Instrument der Sanktionierung eingeführt werden, desto mehr wandelt sich das Lesen und Rechnen lernen in einen quälenden Stresstest. Und die damit verbundene Frustration bleibt meist ein Leben lang erhalten, so dass diesen Menschen das Lesen, Schreiben und Rechnen oft grundlegend verleidet sind.

Lerntherapie bei Legasthenie und Dyskalkulie

Zu einem erheblichen Teil ist es Aufgabe der Lerntherapie (bzw. der Nachhilfe mit lerntherapeutischem Schwerpunkt), den Schülern aus dieser Kaskade unangenehmer Emotionen heraus zu helfen. Diese Gefühle müssen regelrecht durchgearbeitet werden, um sich dieses psychotherapeutisch angehauchten Begriffes zu bedienen. Wenn das geschehen ist, kann man sich den tanzenden und verschwimmenden Buchstaben zuwenden, kann man den Zehnerübergang noch einmal ganz in Ruhe einüben und dabei die Freude erleben, die ganz unzweifelhaft mit dem Lesen, Schreiben und Rechnen verbunden sein können.

Üben ist nicht gleich Üben

Schülern mit einer Legasthenie/Dyskalkulie wird gerne der Ratschlag mitgegeben, dass sie mehr üben sollen, um dadurch besser zu werden. Leider ist das einfach Üben jedoch bei Kindern mit Legasthenie/Dyskalkulie nicht die Methode der Wahl. Üben ist zwar gut, es muss nur leider das richtige Üben sein. Und weil diese Kinder das richtige Üben alleine nicht umsetzen können, brauchen sie dabei Unterstützung. Diesem Üben muss nämlich der Aufbau innerer Repräsentanzen, mentaler Symbole vorgeschaltet sein, wie dies etwa die Menge-Zahl-Zuordnung ist. So wird ein Kind, das die Ziffer „7“ nicht mit einer konkreten Menge verbindet, auch durch noch so viel Übung nicht besser werden – zuerst wird es diesen Schritt gehen müssen, bevor komplexe mathematische Operationen wie die Addition oder Subtraktion durchgeführt werden können.

Nachhilfelehrer mit lerntherapeutischer Ausbildung

In unserem Team befinden sich Kollegen mit lerntherapeutischer Ausbildung und Erfahrung im Nachhilfebereich. In ihrer Arbeit verknüpfen sie die grundlegenden Elemente der Lerntherapie mit der Erarbeitung dessen, was im Unterricht vorgestellt wurde und als bekannt vorausgesetzt wird. Die Schüler haben so zum einen das Erlebnis, endlich Hürden überwinden zu können, die ihnen immer im Weg standen. Gleichzeitig gelingt es ihnen im Idealfall bald spürbar besser, dem Unterrichtsgeschehen folgen zu können. Das wirkt sich auf die Leistungsfähigkeit aus und setzt Kraftreserven frei, die im Schulalltag dringend benötigt werden.

Wenn Sie weitere Fragen haben, rufen Sie uns bitte an, wir nehmen uns gerne Zeit für ein persönliches Gespräch oder für ein für Sie kostenloses und unverbindliches Telefonat.

 

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Von | 2017-09-22T16:48:48+00:00 1. September 2016|0 Kommentare

Über den Autor:

Thorsten Kerbs
Thorsten Kerbs bringt als studierter Ingenieur der Luft- und Raumfahrt einen guten Blick für Struktur und Ordnung mit. Durch seine zweite akademische Qualifikation als Klinischer Psychologe sind ihm neben der Entwicklungspsychologie auch Lern- und Lehrthemen sowie Kommunikations- und Beziehungsthemen wohl vertraut. Auf dieser fachlichen Grundlage arbeitet er, der selber Vater zweier Kinder ist, seit über 10 Jahren mit Schülern und begleitet sie durch Lernthemen von der Grundschule bis zum Studium.

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