Es ist nur oftmals so, dass sich die Motivation von Kindern und Jugendlichen auf außerschulische Themen wie Hobbies und Freundschaften beschränkt. Daran wird deutlich, dass es dem Nachwuchs keineswegs an Motivation mangelt, sondern dass wir es mit einem Interessenkonflikt zu tun haben: Das Kind möchte seine Energie und Aufmerksamkeit in andere Dinge investieren, als dies die Erwachsenen für richtig halten. Nimmt diese Auseinandersetzung in der Familie zu viel Raum ein, werden die Kinder infolge des ständig schwelenden Konflikts vom Wesentlichen abgelenkt. Ihnen bleibt dann kein Raum mehr zur Klärung der Frage, was sie selber eigentlich wollen. Ihr hilfloser Kampf um Eigenverantwortlichkeit wirkt dann so, als mangele es ihnen an Motivation. Aber der Eindruck täuscht.

motiviert; Motivation; Verantwortung; Unterricht

 

Vor dem Hintergrund des Gesagten wird deutlich, dass solchen Schwierigkeiten mit Motivationstrainings nicht beizukommen ist. Weil sie das Problem direkt anzugehen scheinen, werden sie häufig angeboten und nachgefragt. Sie haben den zusätzlichen Vorteil, dass sie allen Beteiligten das Gefühl geben, nun passiere endlich etwas. Durch professionell angeleitete Aktivitäten wird das unangenehme Gefühl verringert, als ganze Familie zur Hilflosigkeit verdammt zu sein.

Dieser Konflikt lässt sich auflösen, indem er auf angemessene und sachdienliche Weise verhandelt und einer kompromisshaften Lösung zugeführt wird. Es ist dabei hilfreich, wenn eine außenstehende, nicht zur Familie gehörige Person eine tragende Rolle spielt, aktiv mit um diesen Kompromiss ringt.

Im Kontext des Nachhilfeunterrichts führt um diese Auseinandersetzung gar kein Weg herum. Denn die gemeinsame Arbeit von Schüler und Lehrer kann nur dann von Erfolg getragen sein, wenn der Schüler für sich die verbindliche Entscheidung getroffen hat, jetzt Unterstützung annehmen und eigenverantwortlich lernen zu wollen. Investiert er die Zeit nur, weil seine Eltern für ihn den Hauslehrer bestellt haben, lassen sich keine Fortschritte erzielen und der passive Widerstand des Schülers wird das Unterrichtsgeschehen in schädlicher Weise dominieren.

Unsere Lehrer sind durch die wöchentliche Fortbildungs- und Supervisionsgruppe gut auf solche Situation zu Beginn des Nachhilfeunterrichts vorbereitet. Sie achten sehr genau auf die Frage, wo das Kind steht, ob es selber will, oder ob nicht. Die Klärung dieser Frage auf Augenhöhe mit seinem Lehrer endet selten in der Entscheidung, dass Nachhilfe aus Sicht des Kindes zum jetzigen Zeitpunkt nicht das Richtige ist. Ungleich häufiger legt sie die innere Motivation des Kindes wieder frei, und die liefert Schwung für und Lust auf die bevorstehenden Herausforderungen.

 

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