Münchener Grundschüler haben es im bundesweiten Vergleich wahrlich nicht leicht: Sie stehen besonders stark im direkten Wettbewerb mit einer großen Zahl hervorragend geförderter Mitschüler. Das harte Wort vom Wettbewerb trifft deshalb zu, weil im bayerischen Schulsystem jede Note im Klassenverband über die eigene Note mit entscheidet. Fällt die Durchschnittsnote im Klassenverband zu gut aus, wird der Durchschnitt üblicherweise „runterkorrigiert“. Die Leistungsfähigkeit des einzelnen Kindes wird also durchaus nicht zwingend belohnt, sondern die im Endeffekt erzielte Note hängt von äußeren Faktoren ab (näheres dazu hier).

Insofern müssen Münchener Grundschüler, die sich in einem besonders gebildeten Umfeld bewegen, deutlich höhere Leistungen erbringen, als Grundschüler in in einem weniger bildungsbürgerlichen Milieu. In Wohngebieten mit vielen Akademikerfamilien erhalten Grundschüler in der Regel viel und qualitativ hochwertige Unterstützung. Dazu zählen sowohl die aktive Unterstützung bei der Hausaufgabenerledigung und im Vorfeld von Proben wie auch ggf. Nachhilfe. Dieses Unterstützungsangebot lässt das Leistungs- und Anforderungsniveau immer weiter ansteigen. Mitunter führt das dazu, dass die Münchener Lehrer der Grundschüler mit zu hohen und quantitativ zu umfangreichen Anforderungen völlig über das Ziel hinausschießen.

Angesichts dieser Rahmenbedingungen ist Nachhilfe im Grundschulalter im Einzelfall durchaus sinnvoll und notwendig. Es sollte jedoch sehr genau abgewogen werden, ob das Kind durch den zusätzlichen Unterricht nicht noch mehr unter Druck gesetzt wird. Denn häufig treten die beklagten Leistungseinbrüche nur vorübergehend auf, etwa nach dem Lehrerwechsel mit Beginn der dritten Klasse der Münchener Grundschule.

Besonders wichtig ist jedoch, dass im Nachhilfeunterricht die speziellen entwicklungspsychologischen Voraussetzungen von Kindern im Grundschulalter berücksichtigt werden. Der Nachhilfelehrer sollte darum wissen, dass ein Grundschüler komplett anders zu unterrichten ist als beispielsweise ein Schüler der Mittelstufe. Weil Nachhilfelehrer diese Unterscheidungen häufig nicht treffen, kann die frühe Nachhilfe mit unerwünschten Nebenwirkungen einhergehen, die erst in späteren Jahren erkennbar werden: So kooperieren die Grundschüler während des Nachhilfeunterrichts bereitwillig.

Sogenannte Pauknachhilfe beruhigt zwar kurzfristig die Sorgen der Erwachsenen. Es wird gehandelt und das Problem dadurch angegangen, was auf Erwachsene beruhigend wirkt. Das Kind erlebt diese Form der Nachhilfe jedoch oftmals als zusätzliche Belastung. Ihm wird freie Zeit, Spielzeit geraubt, es fühlt sich vielleicht in der Unterrichtssituation unwohl und die Maßnahme geht aus seiner Sicht am eigentlichen Problem vorbei.

Aber was kann für Münchener Grundschüler stattdessen getan werden, wenn es zu schulischen Problemen kommt? Wie schon erwähnt, halten wir Nachhilfe durchaus für eine Option, wir schlagen jedoch die folgende Vorgehensweise vor:

 

1. Das Kind „ins Boot holen“, sein Einverständnis sicherstellen, jedoch ohne das zu erzwingen.

2. Der Unterricht sollte im Regelfall Hausunterricht sein – der Hauslehrer kommt dazu in die Familie.

3. Dem Kind ist die (durchaus gefühlsmäßig zu treffende) Entscheidung zu überlassen, ob der Lehrer passt.

4. Einem rhythmisierten Unterrichtsaufbau und mit spielerischen Zeitanteilen ist der Vorzug zu geben.

5. Der Nachhilfelehrer arbeitet ausgeprägt ermutigend (womit damit nicht andauerndes Loben gemeint ist).

6. Lehrer und Eltern üben sich in Vertrauen und Zuversicht – auch angesichts von Misserfolgen.

7. Schule wird als ein Aspekt von vielen im Leben des Kindes angesehen.

 

Der letzte Punkt ist insgesamt fast der wichtigste – und gleichzeitig für Eltern und Lehrer einer der schwierigste. Denn Kinder im Grundschulalter reagieren empfindlich auf atmosphärische Belastungen, ohne uns diese innere Belastung mitteilen zu können. Verschlechtern sich infolge einer belasteten Atmosphäre die Noten, wird dies häufig als das Ergebnis zu geringen Lerneifers aufgefasst, dabei stand das Kind womöglich nur unter emotionalem Stress. Grundschüler erzielen zweifellos dann die größten Lernfortschritte und ernten die meisten Erfolgserlebnisse, wenn sie emotional unbeschwert sind und in die freudig-optimistischen Erwartungen ihrer erwachsenen Bezugspersonen hineinwachsen können.

Sie können uns gerne für ein kostenloses und unverbindliches Gespräch unter (089) 489 985 36 anrufen. Oder Sie senden uns Ihre Anfrage per E-Mail an info@bayernnachhilfe.de bzw. gehen den direkten Weg über unser Kontaktformular. Wir reagieren sehr schnell auf Ihre Anfrage und können Ihnen auch kurzfristige Unterstützung anbieten!

 

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