Ihr Kind hat den Übertritt von seiner Münchener Grundschule auf das Gymnasium geschafft, womöglich sogar mit sehr guten Noten. Und nun lassen – für Sie völlig unerwartet – seine Noten auf dem Gymnasium zu wünschen übrig oder die Versetzung ist womöglich gefährdet? Dann sollte Sie das erstmal aus zwei Gründen nicht grundlegend beunruhigen:

Zum einen handelt es sich um ein statistisch erwartbares Phänomen. Ihre Tochter oder Ihr Sohn gehörten auf der Grundschule zur Gruppe der Besten. Auf dem Münchner Gymnasium befindet sich das Kind nur noch mit den Besten seiner und anderer Grundschulen in direkter Konkurrenz – die schlechter bewerteten Schüler zählen nicht mehr mit. Dadurch verschlechtern sich automatisch und vorhersehbar bei allen (außer den klassenbesten) Gymnasiasten die Noten. Weil nun bayerische Schulen ihren Notenschlüssel so wählen, dass es unabhängig vom Leistungsniveau der Klasse immer gute und schlechte Noten gibt, wird Ihr Kind auch bei gleichbleibendem Einsatz automatisch und unausweichlich schlechtere Noten mit nach Hause bringen.

Es ist wichtig, dass Sie als Eltern diesen statistischen Zusammenhang kennen! Denn wenn dieses statische Phänomen nicht bekannt ist, wird womöglich leichtfertig ein Bogen von der Verschlechterung des Kindes zu seinem Bemühen geschlagen. Und wenn Ihr Kind sich voll einbringen sollte und auf seinem Gymnasium allein wegen der oben erläuterten Rahmenbedingungen schlechtere Noten erhält, könnte eine Kritik im Sinne von „Du solltest Dich wirklich mal mehr bemühen!“ kränkend wirken und Ihre Beziehung belasten. In dem Fall würde es mehr Sinn machen, nun dem frischgebackenen Gymnasiasten die statistischen Rahmenbedingungen zu erläutern. Wenn die verstanden sind, ergibt sich daraus zwangsläufig diese Erkenntnis: Bayerische Gymnasium verlangen ihren Schülern einen weit überdurchschnittlichen Einsatz ab. Es genügt also keineswegs, sich weiterhin so wie vor dem Übertritt anzustrengen.

Auch die Umgewöhnung von der Grundschule auf das Gymnasium sollte in der 5. und 6. Klasse des Gymnasiums als notenrelevanter Faktor mitbedacht werden. Und kurz danach sollten sich Eltern langsam auf entwicklungsbedingte krisenhafte Zuspitzungen einstellen. Zwischen der 7. und 9. Jahrgangsstufe erleben die Jugendlichen mehr oder weniger ausgeprägt Pubertätskrisen, die ebenfalls (allerdings nicht immer negativ) auf die Noten durchschlagen können.

Während die Kinder in der Grundschule noch „gepeppelt“ wurden und Pädagogik eine maßgebliche Rolle spielte, dominiert in Münchener Gymnasien die klare Forderung des Lehrers den Umgang. Münchner Gymnasiallehrer scheinen sich durch ein Berufsethos auszuzeichnen, das allein den Schüler in der Bringschuld sieht. Im Gegenzug verliest der Lehrer Lehrplaninhalte und ist im wesentlichen für Korrektur und Bewertung zuständig. An diesen Mangel an Pädagogik müssen sich Kinder erst gewöhnen, was bei dem einen länger dauert und beim anderen schneller geht. Zudem braucht es seine Zeit, bis der Platz in der neuen Klassengemeinschaft gefunden ist, die ungewohnten Abläufe verinnerlicht wurden – derweil in ihnen die Vorpubertät zusätzliche Verwirrung stiftet. Vor dem Hintergrund muss es nicht wundern, wenn sich in der Eingewöhnungszeit am Gymnasium die Noten in einer Auf- und Abbewegung befinden.

Kommt es nach einem problemlosen Einstieg während der 7. und 9. Jahrgangsstufe des Gymnasiums zu einem Leistungseinbruch, kann das neben individuellen Gründen auch auf steigende Anforderungen seitens der Schule zurückgehen. An bayerischen Schulen wird der Bildungsauftrag gerne hinter den Selektionsauftrag gestellt (den es laut bayerischer Verfassung so eigentlich gar nicht gibt). Deshalb wird an einigen Gymnasien zwischen der 7. und 9. Jahrgangsstufe das Leistungsniveau über alle Fächer hinweg noch einmal kräftig angezogen. Schwächere Schüler werden in der Zeit entweder abgeschüttelt oder haben zumindest mit der Versetzung zu kämpfen.

Welche Gründe im einzelnen Fall auch die ausschlaggebenden sein sollten. Bleiben Sie selber angesichts der Schwierigkeiten Ihres KIndes ruhig. Machen Sie Angebote zur Unterstützung, wie dies beispeilsweise neben der Lernbegleitung durch Sie selber ein hochwertiges Nachhilfeangebot sein könnte. Wenn Sie ihre Wünsche geäußert, ihre Vorschläge und Angebote dargelegt haben, lassen Sie Ihrem Kind Zeit, sich damit auseinanderzusetzen. Kinder und Jugendliche brauchen Zeit, um neue Handlungsoptionen zu prüfen und sich gedanklich an sie zu gewöhnen.

Wenn die Entscheidung zugunsten einer Nachhilfe gefallen ist, sollte besprochen werden, welche Wünsche in dem Zusammenhang eine Rolle spielen. Das könnte etwa so aussehen, dass der Lehrer weiblichen oder männlichen Geschlechts, jünger oder älter, von großmütterlicher Geduld oder von sprühender Dynamik sein soll. Schauen Sie sich die Lehrkraft dann gemeinsam an, entscheiden Sie in aller Ruhe und klären Sie organisatorische Fragen. Dazu gehört, wie oft der Unterricht anfangs und vielleicht später stattfinden soll. Wenn alles im Vorfeld gut besprochen und Entscheidungen im Konsens getroffen wurde, steigt die Wahrscheinlichkeit für den Erfolg des Nachhilfeunterrichts erheblich.

Sie erreichen uns für weitere Auskünfte oder die Vereinbarung eines kostenlosen und unverbindlichen Kennenlerngesprächs mit Ihrem Hauslehrer unter (089) 489 985 36.

 

Zur Online-Anfrage