Wir Erwachsenen denken in der Regel linear und ergebnisorientiert: wer etwas schnell erlernen und verstehen will, muss sich möglichst intensiv und ausgiebig mit dem zugehörigen Gegenstand befassen. Bei Kindern ist es aber so, dass sie keineswegs am schnellsten lernen, wenn sie sich ausschließlich auf eine Sache konzentrieren. Ihr Lerntempo ist dann am Größten, wenn sie sich einer Sache mit Freude widmen. Und Freude stellt sich bei Kindern ganz von selber dann ein, wenn sie genug Gelegenheit haben, sich in der Natur frei bewegen können. Naturerfahrungen scheinen ein evolutionär angelegtes Bedürfnis zu sein. Welche Konsequenzen sind daraus zu ziehen?

Ein Plädoyer für Frischluft und Bewegung

Immer mehr vom immer Gleichen scheint gerade bei Kindern wenig nützlich zu sein. Sind sie einem Zuviel an Wiederholung, frontalen Unterrichtsformen und intellektueller Berieselung ausgesetzt, werden sie unleidig, zappelig und nehmen letztendlich nur noch sehr wenig bis gar nichts mehr auf. Sie wechseln danach sofort in den Bewegungsmodus und suchen – so sie naturnah leben und dieses Milieu kennen – den Kontakt zur Natur. Die Klarheit der Natur, die Möglichkeit, im Wald, Feld, auf der Wiese oder im Schnee unmittelbar wirkende Erlebnisse zu haben, dem scheint eine elementare Attraktion und Wirkung innezuwohnen. Daraus erklärt sich der Drang, dass Kinder, trotz Wind, Kälte und Nässe immer nach draußen streben – wiewohl dieser Drang abzunehmen scheint und das Verhältnis der Kinder zur Natur im Mittel komplizierter wird.

Wider das schlechte Gewissen

Erwachsene sind mitunter von ganz anderen Bedürfnissen bestimmt, weshalb der eine oder andere Büroarbeiter auf der Suche nach Verständnis für den kindlichen Frischluft- und Bewegungsdrang aktiv seine Erinnerungen an diese Zeit bemühen muss. Was jedoch helfen könnte, angesichts bevorstehender Proben und Schulaufgaben, das schlechte Gewissen zu beruhigen, sind zahlreiche Hinweise auf den Nutzen von Auszeiten mit meditativem Charakter und dem sozial und intellektuell förderlichen Einfluss von Naturerfahrung auf Kinder. Darüber gibt es einen relativ unstrittigen positiven (vorerst korrelativen) Zusammenhang zwischen sportlicher Betätigung und dem Schulerfolg.

Bewegung steigert die Merkfähigkeit

Im Alltag des Nachhilfelehrers zeigt sich immer wieder, dass die Merkfähigkeit in Bewegung erheblich besser ausfällt als die im sitzenden Zustand. Deshalb praktizieren und empfehlen wir vielfach das Auswendiglernen an die frische Luft zu verlagern. Das gilt insbesondere dann, wenn die Motivation im Keller oder der zu lernende Stoff als langweilig empfunden wird. Der belebende Blick in die Natur übt auf trockene Vokabeln eine regelrecht ansteckende Wirkung aus. Ganz abgesehen davon, dass die frische Luft natürlich in erster Linie die physiologischen Parameter vitalisiert und für Wachheit sorgt. Und so lässt sich von Karteikarten auch unterwegs gut lernen, etwa wartend an der Bushaltestelle oder (vorsichtig!) auf dem Fußweg von hier nach dort.

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