Wertschätzung bewirkt Ermutigung und ermöglicht Erfolg

Wenn wir Erwachsenen den Nachwuchs effizient und erfolgreich in den grundlegenden Kulturtechniken unterweisen wollen, müssen wir dafür sorgen, dass dies in einer für die Kinder angstfreien Situation geschieht. Ansonsten ist, das zeigt die Lehr-Lern-Forschung in großer Klarheit, alles Üben vergebens. Unsere Nachhilfelehrer richten also über ihre fachbezogene Kompetenz hinausgehend einen sehr aufmerksamen Blick auf die pädagogische Unterrichtssituation und die Lehrer-Schüler-Beziehung. Die muss freudig ausfallen, von persönlicher Sympathie, von Zwanglosigkeit und natürlich von Angstfreiheit bestimmt sein.

Das menschliche Gehirn hat sich in der langen Zeit seiner Evolution nicht als Denk-Organ entwickelt, sondern es ist eigentlich ein „Sozial-Organ“. So formuliert Gerald Hüther die Zusammenhänge in seinem Buch „Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn“ (S. 18). Kinder haben – je jünger, desto ausgeprägter – außerordentlich feine Antennen dafür, was um sie herum stattfindet und wie die Umgehung zu ihnen steht: So hängt ihr intellektuelles Leistungsvermögen ebenso von einer tragenden Klassengemeinschaft und einem wohlwollenden-unterstützenden Lehrer wie von einer vernünftigen didaktischen Präsentation des Lernstoffs. Dominieren im Schulaltag rücksichtsloser Wettbewerb und droht Leistungsversagen, wirken Kinder wie blockiert und bleiben hinter ihrem persönlichen Leistungspotential zurück. Umgekehrt schwingen sich Kinder zu Höchstleistungen auf, wenn sie sich wohlfühlen, Wertschätzung und Anerkennung erfahren und sie das ungebrochene Vertrauen ihrer Lehrer spüren.

Aber nicht immer kann auf die schulischen Rahmenbedingungen Einfluss genommen werden, wenn das Kind unter ihnen leidet; beispielsweise lässt sich nicht immer ein Klassen-, Schul- oder Lehrerwechsel organisieren. In solchen Fällen ist es hilfreich, dem Kind einen Nachhilfelehrer an die Seite zu stellen, der einerseits als Anwalt des schulischen Lernens auftritt, dieses Anliegen andererseits jedoch sehr zugewandt und verständnisvoll vorträgt. Im Rahmen eines solchen Miteinanders bietet sich dem Leistungswillen auch von sehr entmutigten Kindern eine Bühne, auf der sie wieder Fehler machen dürfen – denn ohne Fehler findet kein Lernen statt. Wenn sich ihr Selbstbewusstsein wieder auf einem stabilen Niveau befindet, muten sie sich von selber wieder mehr Belastung zu. Zu einem späteren Zeitpunkt gehen dann unüberhörbare Signale an den Nachhilfelehrer und die Eltern, dass sie von nun an ihren Weg wieder alleine gehen wollen und können. Dann wird es höchste Zeit, die Unterstützung zu beenden und dem Kind damit noch einmal Vertrauen in seine Fähigkeiten zu signalisieren.

Unsere Begeisterung für die Hauslehrer-Tätigkeit gründet auf der Möglichkeit, solche spannenden Entwicklungswege als Team begleiten und Familien dadurch unterstützen zu können!

 

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Von | 2017-07-23T13:33:31+00:00 7. April 2011|0 Kommentare

Über den Autor:

Thorsten Kerbs
Thorsten Kerbs bringt als studierter Ingenieur der Luft- und Raumfahrt einen guten Blick für Struktur und Ordnung mit. Durch seine zweite akademische Qualifikation als Klinischer Psychologe sind ihm neben der Entwicklungspsychologie auch Lern- und Lehrthemen sowie Kommunikations- und Beziehungsthemen wohl vertraut. Auf dieser fachlichen Grundlage arbeitet er, der selber Vater zweier Kinder ist, seit über 10 Jahren mit Schülern und begleitet sie durch Lernthemen von der Grundschule bis zum Studium.

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